Veranstaltung zur "Theologie der Verbände"

Der BDKJ München und Freising führte im Sommer 2015 die bundesweit erste BDKJ-Veranstaltung zum Thema "Theologie der Verbände" im Münchner KorbiniansHaus der kirchlichen Jugendarbeit durch. Die fast 50 Teilnehmenden - geistliche Verbandsleiter, Pastoralreferenten, Jugendseelsorger, Religionslehrer, BDKJ-Mitglieder aus Kreisverbänden, der BDKJ-Diözesanvorstand und Bundespräses Pfarrer Dirk Bingener – setzten sich dabei mit dem BDKJ-Positionspapier: „Der Anteil der Verbände an der Sendung der Kirche“ auseinander und diskutierten über die Verbände als Orte von Kirche.

In einem einführenden Vortrag erklärte und würdigte Prof. Dr. Martin Lechner vom Jugendpastoralinstitut Don Bosco in Benediktbeuern das BDKJ-Dokument und freute sich, dass „darin die Verbandstheologie weiter geschrieben wird“. Es bewege sich voll auf der Basis des 2. Vatikanischen Konzils, bestimme den kirchlichen Auftrag der Verbände nicht dogmatisch sondern pastoraltheologisch und habe die Perspektive „Leben in Fülle“ als roten Faden. „Nicht alles, was die Jugendverbände von sich geben ist prophetisch, aber die Verbände sind prophetieverdächtig und so soll auch mit ihnen umgegangen werden“, so Prof. Dr. Lechner.

Kritisch beleuchtete er die Auseinandersetzung des Papiers mit einem Gemeindebegriff, der pastoraltheologisch weithin abgearbeitet sei. „Hätte man nicht besser von christlichen Basisgemeinschaften sprechen sollen?“ Der Sendungsbegriff sei  inhaltlich nicht gefüllt und das Papier zudem recht ausladend und sprachlich nicht einheitlich. Dennoch sei es sehr stimmig, so seine abschließende Bemerkung. „Die Verbände sind keine bloßen Instrumente der Kirche, sondern als kirchliche Sozialformen „Vehikel mit bestimmten eingebauten Stärken.“

BDKJ-Bundespräses Pfarrer Dirk Bingener, dankte allen Nichttheologen, „die sich durch das Papier gekämpft haben“ und informierte über eine Arbeitshilfe dazu, „damit es auch alle verstehen können“. „Das Dokument ist ein Diskussionsbeitrag, es ist offen für Kurskorrekturen und es sagt: Das sind unsere Stärken, das sind unsere Visionen“, so Bingener weiter. Es gelte insbesondere die unter „Leben in Fülle“ genannten Visionen zu lesen, um im Verband Handlungsoptionen daraus zu erarbeiten.

In vier Gruppen sprachen die Teilnehmenden darüber, was vom Gehörten sie teilen, was sie anders sehen und beurteilen, was dies für das Selbstverständnis ihres Verbandes bedeutet und welche Rückmeldung sie dem BDKJ-Bundesvorstand geben möchten.

In der abschließenden Diskussionsrunde mit Prof. Dr. Martin Lechner und Pfarrer Dirk Bingener, die von Magdalena Heck-Nick, Grundsatzreferentin des BDKJ Bayern, moderiert wurde, kamen sehr unterschiedliche Positionen zu Wort. Die Aussagen und Fragen reichten von „Vielfalt ist die Stärke und die Chance der Verbände“ über „Wie können die Verbände Anteil an der Sendung der Kirche sein, wenn nicht alle Verbandsmitglieder getauft sind?“, „Die Wahrheit ist symphonisch“ bis zum Verständnis des Begriffs Gemeinde als „Netzwerk pluraler Orte“ und dem Stichwort Evangelisierung. Beim unterschiedlich aufgeladenen Begriff Mission, verdeutliche Prof. Dr. Lechner, dass Mission als Einladung zum Leben nach der Art Jesu zu versehen sei.

Für den BDKJ München und Freising konnte durch die Veranstaltung ein erster Anstoß für die Diskussion um das Positionspapier gegeben werden.

Veranstaltung Theologie der Verbände - 2015

Material - Theologie der Verbände

Broschüre - Anteil der Verbände an der Sendung der Kirche
PDF Größe ca. 433 KB

Kontakt

Dr. Stephanie von Luttitz

Diözesanvorsitzende
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